Wie komme ich zu dieser Aussage …

Ich unterstütze die Aussage eines Philosophen unserer Zeit, dass Kinder, nachdem sie die Lehrinhalte der Grundschule genossen haben, ihren Stärken und Fähigkeiten entsprechend gefördert und gefordert werden sollen. Was würde da über uns hereinbrechen …

Um es abzukürzen, wir könnten uns vor selbstbestimmten jungen Menschen kaum retten, die genau wissen, was sie wollen und können und wo der Weg sie hinführt.

Ein toller Plot für einen Fantasy-Roman.

Aber nun zurück ins Hier und Jetzt! Die Realität ist eine andere. Enge Strukturen mit wenig Spielraum für Eigenes oder gar Entfaltung. Bewertungssysteme, die Individualität unmöglich machen und vergleichen, was sich nicht vergleichen lässt. Ambiguität nicht erwünscht. Fatal, jungen Menschen, die oft vor Kreativität überschäumen, ständig die Flügel zu stutzen. Das Ende vom Lied ist, dass sie sich nicht in die Lüfte schwingen werden. Nie frei sind, indem, was sie tun.

Wenn im letzten Drittel der Schulzeit alles einigermaßen läuft, kommt die Zeit des Schreibens. Ja, sie kommt. Endlich? Irgendwann ist das hoffentlich endlich wieder vorbei, diese Art des Schreibens.

Türme einreißen statt sie zu bauen. Das ist mein Bild dafür. Sätze zerlegen, bis der Text sich auflöst. Am Ende bleibt ein Steinhaufen. Darunter liegen Protagonist, Antagonist und die Schönheit der Geschichte begraben. Analysen, Interpretationen, Erörterungen haben keinen kreativen Aspekt. Es entsteht nichts. Im Gegenteil, es hat etwas Zerstörerisches. Ich sehe ein, dass es Sinn macht, diese Schreibvarianten zu kennen.

Ich sehe noch kreativen Spielraum in der Verschiebung der Prioritäten zu Gunsten des schöpferischen Schreibprozesses.

Die Quintessenz: Bringt Texte nicht um, sondern schenkt ihnen das Leben!

Protas und Antas entstehen aus dem ureigensten Wissen und Gefühl heraus. Die Figuren bringen ihre Eigenart und Botschaften mit und flüstern sie in euer Herz. Ihr müsst nur hinhören. Es entstehen Geschichten, Poetry, Raps, etc., was auch immer geschrieben und gelebt werden will.    

Wichtig! Ihr müsst wissen, wenn ihr „das“ zulasst, schwimmt ihr gegen den Strom. Lachse sichern auf diese Weise den Fortbestand ihrer Art. Das bedeutet, raus aus der Komfortzone. Das ist anstrengend. Aber, es macht uns wach für das, was zählt. Wenn alle dagegen sind, ist das kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Individualität ist derzeit schwer in unsere Gesellschaft zu integrieren. Und Kritik ist ein ewiger Begleiter, der uns in dem was wir tun, aber auch besser werden lässt. Es ist eine Gratwanderung. Zweifel und Widerstände begleiten uns mal mehr mal weniger im Leben. Sie sollten uns nicht den Weg versperren, sondern im besten Fall richtungsweisend sein …

Ich gebe zu, ich bin schreibsüchtig. Ich bin voller Worte. Leben, denken, reden und schreiben. Ich finde mich in den Ideen meiner Texte wieder. Keine Grenzen, einfach frei. Einfach leben.

… also, ich schenke Texten lieber das Leben, statt sie umzubringen …  

Das nächste Mal erzähle ich euch von meinen Schreibwerkstätten 2019

des Literaturbüros NRW „Junges Schreiben“  

Herzlichst

Claudia Satory    


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